StrukturWandler

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Deutscher Markenfriedhof

Ein stiller Rückblick auf Marken, die den deutschen Alltag mitgeprägt haben und heute nicht mehr existieren – vom Supermarkt um die Ecke über bekannte Fluglinien bis zur Hausbank.

Die Namen stehen für ein Stück Wirtschaftsgeschichte: Fusionen, Insolvenzen und Übernahmen haben sie aus dem Straßenbild und aus den Geldbörsen verschwinden lassen. Erinnert bleibt vieles: Milliardenwerte, die nicht mehr existieren. Die co op AG erzielte schon im Jahr 1988 einen Umsatz von 12 Mrd. DM und beschäftigte 50.000 Mitarbeiter. Wir bei StrukturWandler glauben daran: „Nichts ist so konstant wie die Veränderung“ Deshalb sind wir darauf spezialisiert Unternehmen zu helfen, zukunftssichere Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Handel

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Schlecker

Anton Schlecker eröffnete 1975 seinen ersten Drogeriemarkt in Kirchheim unter Teck; 1984 gab es bereits 1.000 Filialen. Europas größte Drogeriekette verpasste die Modernisierung ihres Filialkonzepts und stellte am 23. Januar 2012 Insolvenz an.

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Tengelmann

Aus einem Kolonialwarenhandel in Mülheim an der Ruhr entstanden, eröffnete Tengelmann 1893 seine erste Filiale in Düsseldorf. Nach der Übernahme von Kaiser's 1971 gingen die Supermärkte zum 1. Januar 2017 an Edeka und Rewe über.

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Kaisers

Aus dem Kolonialwarengeschäft der Familie Kaiser in Viersen entstand 1881 Kaiser's Kaffee-Geschäft. Tengelmann übernahm die Kette 1971; zuletzt arbeiteten rund 15.000 Menschen in mehr als 550 Filialen, die 2017 an Edeka und Rewe gingen.

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Horten

Helmut Horten übernahm 1936 in Duisburg das Warenhaus Gebrüder Alsberg und baute die viertgrößte deutsche Warenhauskette auf. 1994 kaufte Kaufhof die Häuser; sie wurden in den Folgejahren schrittweise umbenannt.

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Hertie

Hermann Tietz eröffnete 1882 in Gera ein Textilgeschäft; der Name Hertie entstand während der nationalsozialistischen Verdrängung der jüdischen Eigentümer. 1994 übernahm Karstadt den Konzern; eine spätere Kette dieses Namens schloss 2009 nach Insolvenz.

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Karstadt

Rudolph Karstadt eröffnete 1881 in Wismar ein Tuch- und Manufakturgeschäft und baute daraus eine bundesweite Warenhauskette. Seit 2019 tritt das Unternehmen gemeinsam mit Kaufhof als Galeria auf; seit 2021 bleibt nur der Name Galeria.

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Divi

Die divi-SB-Warenhäuser der Westdeutschen Discount-Handels GmbH gingen 1970 in die Deutsche SB-Kauf auf. Ab 1992 flossen die Standorte in die neu geschaffene SB-Warenhausmarke Real ein.

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Real

Real entstand 1992 aus dem Zusammenschluss mehrerer SB-Warenhausketten, darunter divi, und vereinte Lebensmittel- mit großem Non-Food-Sortiment. Nach Verkäufen und Insolvenz schlossen die verbliebenen Märkte unter „Mein Real“ mit dem letzten Verkaufstag am 23. März 2024.

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Coop

Die co op AG bündelte ab 1972 zahlreiche westdeutsche Konsumgenossenschaften und beschäftigte zuletzt rund 50.000 Menschen. Nach dem co-op-Skandal 1988 wurde der Konzern ab 1989 zerschlagen und die Filialen an andere Händler vergeben.

Minimal

Minimal

miniMAL stand für Lebensmittel-Vollsortimenter der Leibbrand-Gruppe, an der sich Rewe ab 1974 beteiligte und die es 1989 vollständig übernahm. In den Folgejahren wurden die Märkte auf den Rewe-Namen umgestellt; 2006 verschwand die Marke.

Ihr Platz

Ihr Platz

Ihr Platz ging 1895 aus einer Osnabrücker Seifenfabrik hervor und hieß zeitweise „der seifen-platz“. Nach der Übernahme durch Schlecker 2007 folgte 2012 die Insolvenz; die letzten regulären Filialen schlossen im August.

Hallhuber

Hallhuber

Josef und Klaus Hallhuber eröffneten 1977 in München ein Modegeschäft; daraus wurde ein international tätiger Damenmodefilialist. Nach mehreren Insolvenzen scheiterte 2023 die erneute Sanierung; 2024 schlossen Filialen und Onlineshop.

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Plus

Die Tengelmann-Gruppe gründete 1972 den Discounter Plus, der mit zeitweise rund 2.900 Filialen zu den größten Lebensmittel-Discountern Deutschlands zählte. 2007 übernahm Edeka die Mehrheit; bis 2010 wurden die Filialen auf Netto Marken-Discount umgestellt.

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Praktiker

Die Metro-Gruppe eröffnete 1979 in Kirkel den ersten Praktiker-Baumarkt; mit dem Slogan „Isch glaube, der Preis wird nett“ wurde die Kette einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren folgte im November 2013 der Insolvenzantrag; die deutschen Märkte schlossen bis 2014. Der Markenname lebt in Griechenland und Ungarn weiter.

Fluggesellschaften

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Hapag-Lloyd Flug

Die Reederei Hapag-Lloyd gründete 1972 eine Ferienfluggesellschaft; der erste Flug führte am 30. März 1973 mit einer Boeing 727 von Hamburg nach Ibiza. Nach der Übernahme von Bavaria Germanair stieg sie zur zweitgrößten deutschen Ferienfluggesellschaft auf; 2007 wurde der Auftritt als TUIfly fortgeführt.

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LTU

Die Lufttransport-Union startete 1955 in Frankfurt; der erste Flug führte am 2. März 1956 nach Catania. LTU entwickelte sich zu einer bedeutenden Ferienfluggesellschaft und beförderte 2006 rund 5,7 Millionen Passagiere; nach der Übernahme durch Air Berlin verschwand die Marke bis 2011.

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Germanwings

Germanwings nahm am 27. Oktober 2002 mit fünf Airbus A319 als Billigfluggesellschaft in Köln/Bonn den Betrieb auf und wurde 2009 Lufthansa-Tochter. Ab Ende 2015 flog sie zunehmend im Eurowings-Auftritt; 2020 endete der reguläre Flugbetrieb.

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Air Berlin

Air Berlin wurde 1978 im US-Bundesstaat Oregon gegründet, um unter den alliierten Verkehrsrechten West-Berlin anzufliegen. Später zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft; im August 2017 folgte der Insolvenzantrag, Ende Oktober endete der eigene Flugbetrieb.

Nürnberger Flugdienst

Nürnberger Flugdienst

Hans Rudolf Wöhrl gründete 1974 in Nürnberg den Nürnberger Flugdienst; der kommerzielle Betrieb begann 1975 mit einer Piper Seneca. Zusammen mit der Dortmunder RFG bildete NFD 1993 die Grundlage für Eurowings.

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Germania

Germania ging aus dem 1978 gegründeten Fluggeschäft der S.A.T. hervor und flog zuletzt von Berlin aus rund vier Millionen Passagiere pro Jahr. Am 4. Februar 2019 folgte der Insolvenzantrag; in der Nacht zum 5. Februar endete der Flugbetrieb.

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DBA

Aus der 1977 in Stuttgart gegründeten Delta Air entstand 1992 unter British Airways die Deutsche BA. Nach der Übernahme durch Air Berlin 2006 wurde dba integriert; 2008 endete der Flugbetrieb.

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Thomas Cook

Als C&N Touristic übernahm das Unternehmen 2001 das britische Thomas-Cook-Geschäft und firmierte als Thomas Cook AG. Nach dem Zusammenbruch des Mutterkonzerns stellte Deutschlands zweitgrößter Reiseveranstalter am 25. September 2019 den Betrieb ein.

Banken

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HypoVereinsbank

Aus der Fusion von Bayerischer Hypotheken- und Wechsel-Bank und Bayerischer Vereinsbank entstand 1998 die HypoVereinsbank. Seit der Übernahme durch UniCredit 2005 firmiert die Gesellschaft als UniCredit Bank; der Name HypoVereinsbank steht weiterhin für das deutsche Privatkundengeschäft.

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Dresdner Bank

Die Dresdner Bank entstand 1872 in Dresden aus dem Bankhaus Kaskel und war zuletzt die drittgrößte Bank Deutschlands. Nach der Übernahme durch die Commerzbank wurden die Filialen bis Ende August 2010 auf deren Marke umgestellt.

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Postbank

Aus den Postgiro- und Postsparkassendiensten entstand 1989 die Deutsche Bundespost Postbank, ab 1995 die Deutsche Postbank AG. Die Deutsche Bank übernahm sie zwischen 2009 und 2015 vollständig; die Marke Postbank besteht bis heute.

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WestLB

Die WestLB entstand 1969 aus dem Zusammenschluss von Rheinischer Girozentrale und Landesbank für Westfalen und entwickelte sich zur international tätigen Landesbank. Nach der Beihilfeentscheidung der EU-Kommission wurde sie 2012 aufgespalten; der Name ging an Portigon, das Verbundgeschäft an die Helaba.

Sonstige

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DEA

1899 in Berlin als Deutsche Tiefbohr-Actiengesellschaft gegründet, entwickelte sich DEA zu einer international tätigen Mineralöl- und Erdgasgesellschaft. 2015 verkaufte RWE das Unternehmen an LetterOne; 2019 ging es in Wintershall Dea auf.

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Ruhrgas

Ruhrgas wurde 1926 in Essen von den Ruhrzechen gegründet, um Kokereigas überregional zu verwerten, und wurde Deutschlands größtes Ferngasunternehmen. Nach der Übernahme durch E.ON verschwand der Name 2013 endgültig.

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Philipp Holzmann

Johann Philipp Holzmann gründete 1849 in Sprendlingen ein Bauunternehmen, das zu einem der größten Baukonzerne der Welt wurde. Trotz einer politisch unterstützten Rettungsaktion 1999 folgte 2002 die Insolvenz; die Namensrechte wurden verkauft.

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Qimonda

Qimonda ging 2006 aus dem Speichergeschäft von Infineon in München hervor und zählte mit mehreren tausend Beschäftigten und Standorten in Dresden zu den weltweit führenden DRAM-Herstellern. Nach dem Preisverfall im Speichermarkt stellte das Unternehmen am 23. Januar 2009 Insolvenz an; die Werke und Patente wurden verkauft.

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Wirecard

Der 1999 in Aschheim bei München gegründete Zahlungsdienstleister stieg 2018 in den DAX auf und galt zeitweise als Deutschlands wertvollstes Technologieunternehmen. Im Juni 2020 flog die Bilanzfälschung auf; rund 1,9 Milliarden Euro galten als verschwunden. Am 25. Juni 2020 folgte der Insolvenzantrag, Vorstandsvorsitzender Markus Braun wurde verhaftet.

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FTI Touristik

Die 1983 in München von Dietmar Gunz gegründete Touristikgruppe wuchs zu einem der größten deutschen Reiseveranstalter mit eigenem Flugbetrieb und Millionen Gästen pro Jahr. Am 3. Juni 2024 meldete die FTI Group Insolvenz an; der Reisebetrieb wurde eingestellt und die Marke FTI verschwand vom Markt.

Dir fehlen Unternehmen oder Marken aus Deutschland, die symbolisch dafür stehen, den Wandel der Zeit verpasst zu haben? Wir freuen uns über Deine Vorschläge, schreib an: hello@strukturwandler.com